Newsletter Nr. 714 - vom Dienstag, 14. Oktober 2025

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Christoph Wendling, 51, stellvertretender Chefredakteur des Stuttgarter Aktienbriefes führte das Interview mit Joachim Brandmaier. 

Christoph Wendling: Hallo Herr Brandmaier, haben Sie eigentlich das Fest schon geplant, wenn der Dow Jones bald die 50.000er-Marke knackt?

Joachim Brandmaier: Gemach, gemach! „Man soll die Hühner nicht zählen, bevor sie geschlüpft sind!“ – sagt der Engländer. Es kann zwar schnell gehen bis dahin, aber es kann an der Börse auch immer viel passieren. 

Wendling: Höre ich da eine gewisse Skepsis heraus?

Brandmaier: Nein, aber Punktestände beim Dow sind nicht wirklich wichtig. Natürlich freue ich mich, wenn er hochgeht – weil dann die Aktien steigen und die Wachstumsstrategen Grund zur Freude haben. Aber Anleger haben ja nicht den Dow im Depot und sie planen auch nicht, bis zu einem gewissen Punktestand zu investieren, sondern – hoffentlich – ein Leben lang! 

Wendling: Sie bleiben also bei Ihrer Meinung, dass man trotz der gestiegenen Kurse nicht nervös werden und mal sicherheits­halber ein paar Gewinne mitnehmen sollte?

Brandmaier: Wenn ich die Zukunft kennen und wissen würde, dass bald ein großer Rückschlag droht, würde ich mir sofort die aller­größte Trompete kaufen und zum Verkauf blasen. Ich bin mir zwar zu 100 Prozent sicher, dass mal wieder eine Korrektur oder auch ein Crash kommen werden – aber ich weiß eben nicht, wann. Vielleicht steigt der Dow vorher noch auf 100.000 und bricht dann auf 70.000 ein. Dann schauen die, die jetzt verkaufen, aber ziemlich dumm aus der Wäsche ...

Wichtig sind weniger die einzelnen Monate, sondern dass die Börse auf lange Sicht nach oben zieht. 

Wendling: Was sagen Sie zu den aktuellen Bedingungen an der Börse, Stichwort Zölle, Zinsen, Steuern und Wirtschaft?

Brandmaier: Wenn man die Medien verfolgt, gewinnt man schnell den Eindruck, es sei furchtbar schlecht bestellt um die Wirtschaft. Vor allem Trumps Zölle würden den Handel zum Erliegen bringen. Doch weit gefehlt: Im ersten Halbjahr hat der Welthandel um 300 Milliarden Dollar zugenommen! Noch mal: zugenommen! Auch in die USA wurde mehr importiert – unter anderem, weil beim Thema Zölle vieles heißer gekocht als gegessen wird. Die Zinsen haben jetzt auch in den USA begonnen zu sinken, die Steuern sollen gesenkt werden, Deutschland hat seinen Investitionsplan – ich glaube, es gab schon schlechtere Rahmenbedingungen an der Börse ... 

Wendling: Wenn es also eigentlich gar nicht so schlecht aussieht, könnte dann die negativ angehauchte Berichterstattung der Grund sein, warum viele Menschen die Hausse nicht verstehen – und auch nicht investiert sind?

Brandmaier: Wir haben gerade in Deutschland noch immer zu wenig Menschen, die Geld in Aktien stecken. Und dann ist hierzulande generell das Glas eher halb leer als halb voll. Ganz im Gegensatz zu meiner Lebenseinstellung (lacht). Da haben die Medien durchaus ihren Anteil daran. Ein abgestürztes Flugzeug ist dramatischer als 100.000 Flugzeuge, die Tag für Tag sicher landen. Genauso ist es an der Börse: Kracht es da mal ordentlich, wird fast schon schadenfroh berichtet; wenn die Kurse steigen, wird vor dem nächsten Crash gewarnt. Fakt bleibt aber: Man darf nicht nur die Risiken sehen, man muss auch die Chancen erkennen. Denn auf lange Sicht steigen die Kurse. Und das zählt für mich – und natürlich für unsere Leser. 

Wendling: Also die dauernden Warnungen der angeblichen Börsenexperten einfach ausblenden?

Brandmaier: Ach, wissen Sie, ich kann mich an kaum eine Zeit erinnern, in der nicht irgendeiner gewarnt hätte. Wirklich gefährlich wird es vielmehr, wenn keiner mehr warnt und alle nur noch vom schnellen Reichtum träumen.

Wendling: Sie bleiben also bei Ihrem Motto?

Brandmaier: Jeder Tag ist Kauftag! 

McDonald‘s: empfohlen seit 36 Jahren:
Die erste McDonald’s-Filiale auf dem Boden der ehemaligen DDR eröffnete am 21. Dezember 1990 im sächsischen Plauen. Ein Jahr zuvor erschien die McDonald’s-Aktie erstmals als Empfehlung in unserem Aktienbrief – und das ausgerechnet in der Ausgabe, als ein Trabi unsere Titelseite zierte! Warum ein Trabi? Das war der Hauptgewinn für einen Besucher bei unserem Börsenvortrag in der Stuttgarter Liederhalle. Zurück zu McDonald’s: Ende 1989 gab es weltweit etwas mehr als 10.000 Schnellrestaurants und man fragte sich schon damals, wo denn noch Platz für weitere sein soll. Heute sind es rund 43.000 Filialen und mit dem Wachstum ist noch lange nicht Schluss: Bis 2027 sollen 7.000 neue dazukommen – es wäre die schnellste Expansion in der Geschichte des Unternehmens. WKN 856 958, Kurs 259 Euro (Anfangs-) Dividendenrendite 2,3 Prozent.

Procter & Gamble: empfohlen seit 40 Jahren
1986 steckte die Welt noch mitten im Kalten Krieg. Zwar gab es in der Sowjetunion erste zarte Maßnahmen, sich zu modernisieren („Perestroika“), aber an eine deutsche Wiedervereinigung dachte zu diesem Zeitpunkt niemand. Der Stuttgarter Aktien-Club war damals zwei Jahre alt. Und es wurde immer noch wild herumspekuliert, als eine Aktie Einzug hielt, die anfangs als solide Beimischung gedacht war: Procter & Gamble! Mit Marken wie Pampers, Ariel und Meister Proper erschien die Firma langweilig, aber immerhin war es eine Aktie, um die man sich nicht ständig kümmern musste. Heute sind die Produkte des Markenmultis aus den gesamtdeutschen Supermarktregalen nicht mehr wegzudenken – genauso wenig wie die Aktie aus den Depots von Wachstumsstrategen! WKN 852 062, Kurs 127 Euro, (Anfangs-)Dividendenrendite 2,7 %

Aktueller Leserbrief:

Unser Leser Markus M. mit seiner diesjährigen Apfelernte

Apfelbäume sind wie Börse 
Sehr geehrter Herr Brandmaier, liebes Stuttgarter Aktienbrief-Team - 2013 pflanzten wir 7 Apfelbäumchen. Im ersten Jahr ernteten wir 5 Äpfel. Im zweiten 15 Äpfel. Jetzt haben wir die 2025er-Ernte ein­geholt (siehe Foto). Anlass genug, die Investitionsentscheidung wirtschaftlich zu bewerten und Parallelen zur Börse zu ziehen: Kaufpreis im Fachhandel: 15 € pro Baum, insgesamt 105 €. 2014 frisst eine Wühlmaus die Wurzeln eines Baums. Der Baum stirbt ab und wird entfernt. Die vor zwölf Jahren auf den Tisch gelegten 105 €€ werfen nunmehr pro Jahr eine Naturaldividende mit einem Gegenwert in Höhe von ca. 200 € ab – und das, obwohl einer der Bäume ein Totalausfall war. Das kann ich von den sieben Bäumen für die Börse lernen:

1) Qualität zahlt sich aus. (Mein Fachmarkt für Qualität ist der Stuttgarter Aktienbrief.)

2) Nicht alles auf eine Karte setzen, einen Totalausfall muss die Breite des Portfolios abfedern können.

3) Für das Gesamtergebnis ist es zweitrangig, zu welchem Preis ich kaufe, sondern dass ich kaufe. Natürlich nur Qualität. 

4) Wie bei der „Apfelsteigerungsrate“ (von 1 kg auf 50 kg in 12 Jahren) ist die DSR (Dividendensteigerungsrate) nicht zu unterschätzen!

5) Wenn die PDR (Persönliche Dividendenrendite) einen gewissen Mindestwert überschritten hat, erlischt für mich die Bedeutung des aktuellen „Marktpreises“. 

6) Kostolany hatte recht: Es wird überschätzt, was kurzfristig mit Aktien an der Börse möglich ist. Und es wird unterschätzt, was langfristig mit Aktien an der Börse möglich ist.

Ihr treuer Leser Markus M. aus Erfurt

Wie ist Ihre Meinung zu unserer Wachstum-Strategie? Wie ist Ihre Erfahrung? Wie haben Sie an der Börse angefangen? Mit welchen Titeln? Schreiben Sie uns bitte hier ...

P.S.: In unserem Stuttgarter Aktienbrief erfahren unsere Leser in jeder Ausgabe die wichtigsten Daten, Fakten und Neuigkeiten über alle unsere Wachstumsaktien. Internationale Weltmarktführer, die sich aus unserer Sicht ganz klar zur Langfristanlage eignen. Immer mit dabei – beeindruckende Langfristcharts, die in der ansonst schnelllebigen Börsenwelt eher selten in der Wirtschaftspresse zu finden sind. Und Sie lernen darin alles Wichtige rund um unsere Wachstumsstrategie. 

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