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Kommt sie oder kommt sie nicht?
Liebe Newsletter-Leserinnen und -Leser,
in unruhigen Zeiten entscheiden gute Nerven über den Erfolg an der Börse. 2023 war bislang kein Superbörsenjahr, auch wenn das viele Anleger nach dem Minusjahr 2022 zumindest gehofft hatten. Von August bis Oktober ging es sogar ziemlich abwärts. Wonach sich die Anleger jetzt sehnen, ist eine waschechte Jahresendrallye – und es gibt gute Gründe, dass eine kommt. Genauer gesagt sogar fünf Gründe!
Erster Grund: weil auf den Schlussspurt Verlass ist! Zumindest meistens. Zahlreiche Statistiken zeigen, dass steigende Kurse zum Jahresende hin eher die Regel als die Ausnahme sind. Seit der Einführung des DAX vor 35 Jahren gab es nur vier negative Schlussquartale, 31-mal stand hingegen ein Kursplus.
Zweiter Grund: Aktien sind günstiger geworden! Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis im DAX liegt gerade mal noch bei elf und auch die Bewertung der 500 größten US-Konzerne notiert unter dem langjährigen Durchschnitt. Übersetzt heißt das: Gemessen an den Unternehmensgewinnen sind die Anteilscheine billiger geworden, was immer mehr Rabattjäger anlocken könnte.
Dritter Grund: übertriebener Pessimismus! Ukraine, Israel, Zinsen, Inflation – die Nerven der Anleger werden durch zahlreiche Faktoren strapaziert. Aber so schlecht, wie die Stimmung ist, läuft die Wirtschaft gar nicht. In den USA ist sie im dritten Quartal sogar überraschend stark gewachsen. Selbst bei uns in Deutschland, dem „kranken Mann Europas“, ist der Geschäftsklimaindex zuletzt sogar erstmals wieder gestiegen. Die Lage birgt also durchaus Potenzial für positive Überraschungen.
Vierter Grund: Vorwahljahre sind gute Börsenjahre! Nächstes Jahr wird in den USA der Präsident gewählt, und historisch betrachtet endeten gemessen am Dow Jones über 80 Prozent der Vorwahljahre mit einem Kursplus!
Fünfter Grund: weil die Experten nicht damit rechnen! Sie haben richtig gelesen: Immer mehr Analysten und Marktbeobachter haben eine Jahresendrallye bereits abgeschrieben. Meine Erfahrung ist, dass sich die Börse nicht an solche Voraussagen hält – und oftmals das Gegenteil eintritt.
Grundsätzlich muss man an der Börse immer mit allem rechnen. Zumindest kurzfristig. Deshalb rate ich auch trotz dieser fünf guten Gründe davon ab, auf solche kurzfristigen Kursbewegungen wie eine Jahresendrallye zu spekulieren. Schön, wenn sie kommt. Und wenn nicht? Dann hat man mit Qualitätsaktien wie L’Oréal, McDonald‘s oder Nestlé – mit oder ohne Jahresendrallye – auf lange Sicht trotzdem eine vernünftige Entscheidung getroffen!
Herzliche Grüße aus Stuttgart
Ihr |