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Joachim Brandmaier (60): „Wer mit Aktien Erfolg haben will, kann auf Prognosen und anderen Hokuspokus pfeifen. Was wirklich zählt, sind die Qualität der Aktien und Geduld.“
Start frei für 2023!
Liebe Newsletter-Leserinnen und -Leser,
Vorsätze und Prognosen – selten erklingen so viele davon wie um den Jahreswechsel. Und: Selten haben sie lange Bestand.
Doch während die Vorsätze meist nur einen selbst betreffen, können Prognosen echten Schaden anrichten: etwa wenn Anleger wegen möglicher Gefahren ihre Aktien verkaufen. Erinnern Sie sich noch? Schon vor zehn Jahren hätte laut Maya-Kalender die Welt untergehen sollen. Dow und DAX haben sich seitdem weit mehr als verdoppelt …
Ob ernsthafte oder abgedrehte Prognosen – letztlich sind sie meist nichts anderes als Raterei. Deshalb macht es mich auch nicht verrückt, wenn der Vermögensverwalter Blackrock für 2023 „die schmerzhafteste Rezession aller Zeiten“ voraussagt. Andere behaupten, es werde an der Börse ein zweites Minusjahr in Folge geben. Das gab es erst viermal seit der Weltwirtschaftskrise 1929. Und das zweite Jahr würde auch noch schlechter werden als das erste. J.P. Morgan wiederum stellt in Aussicht, am Anfang werde das Jahr chaotisch, aber im Verlauf dann besser.
Zugegeben, Prognosen treffen auch manchmal zu. Aber viel häufiger erweisen sie sich als Humbug. Deshalb: Ob die Sterne günstig stehen oder die Tarotkarten Unheil andeuten und vor allem, wenn angebliche Börsenexperten etwas vorhersagen – bleiben Sie gelassen. Denn egal, wie viele Daten (oder auch Bauchgefühl und Eigeninteresse) die Propheten in ihre Prognosen einfließen lassen: Sie sind sicherlich in der Lage, die Anleger zu verschrecken. Aber die Zukunft vorhersehen, das können sie nicht!
Da fällt mir auch noch eine weitere Prognose ein, resultierend aus einer altbekannten Börsenregel. Diese prophezeit, dass die ersten Handelstage des Jahres aussagekräftig auch für die weitere Richtung des Gesamtmarkts im restlichen Jahr sind.
Da drücke ich doch mal für uns alle ganz stark die Daumen, dass diese Prognose zumindest für 2023 zutrifft, schließlich ging am vergangenen Freitag der fünfte Handelstag des neuen Jahres mit deutlichen Kursanstiegen zu Ende – allein in der ersten Handelswoche stieg der DAX um 4,3 %. |