|
Weg mit der Unsicherheit!
Liebe Newsletter-Leserinnen und Leser,
immer wieder 40.000 … Genau ein Jahr ist es her, dass der Dow Jones erstmals diese besondere Marke geknackt hat. Was haben sich die Börsianer damals gefreut! Bis in den Spätherbst ging es anschließend weiter hoch, doch dann schickte Donald Trumps Wundertütenpolitik die gesamte Börse buchstäblich auf Achterbahnfahrt. Zuletzt erlebten wir ein derartiges Auf und Ab, dass der Dow Jones allein im April die 40.000-Punkte-Marke dreimal (!) übersprungen hat. Kein einziges Mal kam jedoch auch nur annährend so eine Freude auf wie letztes Jahr.
Gründe für die Wankelmütigkeit der Kurse liest und hört man überall: Es ist die große Unsicherheit wegen der Zölle und deren Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Und dann sind da ja auch noch der Ukrainekrieg, das Pulverfass Naher Osten oder der Konflikt zwischen den Atommächten Indien und Pakistan … Oh je, so viel Unsicherheit, was kommt da noch auf uns zu?
Ich will all das nicht kleinreden, aber Unsicherheiten gab es schon immer. Die Börse lebt auch von der Unsicherheit und den daraus resultierenden unterschiedlichen Einschätzungen der Lage: Weil es verschiedene Meinungen gibt, wohin die Kurse laufen könnten, „entstehen“ erst Käufer und Verkäufer und damit ein Aktienhandel. Seit ich an der Börse bin – und das sind jetzt immerhin auch schon über 40 Jahre –, kann ich mich an kein einziges Jahr erinnern, in dem nicht von irgendwelchen Unsicherheiten die Rede war.
Je geballter aber solche Gefahrenwarnungen auftreten, desto eher neigen Börsianer zu unüberlegten Handlungen. Man beginnt, darüber nachzudenken, ob man nicht doch mal was tun müsste. Solche Gedanken sind nur allzu menschlich. Allerdings sollte daraus keine übertriebene Ängstlichkeit werden. Denn Angst verleitet zu Fehlern. Dann beispielsweise, wenn ein Langfristanleger, der eigentlich einfach alles aussitzen wollte, möglicherweise doch einmal aus Sicherheitsgründen aussteigt. Oder er wollte kaufen beziehungsweise nachkaufen, wartet nun aber vorsichtshalber mit seinem Einstieg ab. Nämlich so lange, bis sich die Nachrichtenlage bessert … dann stehen die Aktienkurse leider aber meist schon wieder höher.
Daher mein Rat: Betrachten Sie „Unsicherheit“ als die normalste Sache der Welt und achten Sie darauf, dass Angst nicht Ihr Anlageverhalten beeinflusst. Als Wachstumsstratege muss man auch leiden können, also auch schwächere Phasen durchstehen. André Kostolany hat es so schön gesagt: Börsengewinne sind Schmerzensgeld. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld.
In diesem Sinne Ihr |