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Der amerikanische Börsenindex Dow Jones hat am vergangenen Freitag eine Rekordmarke durchbrochen. Erstmals in seiner 139-jährigen Geschichte stieg er über die Marke von 40.000 Punkten ...
Dow Jones 40.000 Punkte!
Liebe Newsletter-Leserinnen und -Leser,
Lust auf eine verrückte Geschichte, bei der etwas Fantasie gefragt ist? Los geht’s!
Drehen wir das Rad der Zeit einmal 40 Jahre zurück. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Wirtshaus im schwäbischen Esslingen, genießen einen leckeren Rostbraten mit einem Gläschen Wein und diskutieren mit ihren Freunden leidenschaftlich über die Chancen und Möglichkeiten der Börse. Plötzlich setzt sich jemand mit an den Tisch und stellt sich vor. Er sagt, er käme geradewegs aus der Zukunft, aus dem Jahr 2024 – und er wolle alle Anwesenden dringend warnen.
Die anderen am Tisch halten ihn zunächst wahlweise für verrückt oder betrunken, hören dann aber doch zu. Er erzählt ausführlich, welch schlimmen Dinge in den kommenden Jahren über die Welt und über die Börse hereinbrechen werden: erst eine Atomkatastrophe in Tschernobyl, dann ein Börsencrash, der den Dow Jones an einem einzigen Tag um 23 Prozent in die Knie zwingt. Es folgt ein Krieg am Golf und eine gewaltige Immobilienkrise im boomenden Japan. Dann führen die asiatischen Tigerstaaten die Welt an den Rand einer globalen Wirtschaftskrise und um den Jahrtausendwechsel sorgt das Platzen einer Technologieblase dafür, dass fast eine komplette Aktionärsgeneration der Börse für immer den Rücken kehrt.
Er zählt weitere dramatische Ereignisse auf: ein Tsunami mit 300.000 Toten, zwei von Terroristen entführte Flugzeuge, die das World Trade Center zum Einsturz bringen, milliardenschwere Bilanztricksereien, eine globale Finanzkrise, eine weitere Atomkatastrophe, jahrelange Kriege in Afghanistan und Syrien und eine Viruspandemie, die das öffentliche Leben und die Wirtschaft praktisch zum Stillstand zwingen. Als wäre das alles nicht schlimm genug, folgt ein russischer Angriffskrieg auf die Ukraine sowie explodierende Gas-, Öl- und Strompreise, garniert mit Inflationsraten wie seit den 70ern nicht mehr – gefolgt von den schnellsten Zinserhöhungen seit über vier Jahrzehnten.
So, und jetzt Hand aufs Herz: Hätten Sie damals mit all dem Wissen über die Zukunft auch nur eine einzige Aktie gekauft? Wohl kaum. Aber wissen Sie was? Der Dow Jones ist seither trotzdem von etwa 1.000 auf nun 40.000 Punkte gestiegen – also im Schnitt um 9,6 Prozent pro Jahr. Und die Weltwirtschaft ist in all den Jahren ungeachtet jeglicher Krisen praktisch unaufhörlich gewachsen.
Kurzum: Krisen, Kriege und Katastrophen gab es schon immer und es wird sie auch künftig geben. Aber Wirtschaft und Börse zeigen langfristig eben trotzdem nach oben, denn die positiven Entwicklungen überwiegen auf Dauer um ein Vielfaches. Milliarden Menschen auf der Welt streben schließlich danach, ihr Leben zu verbessern, und gleichzeitig liegt es der Menschheit im Blut, sich Herausforderungen zu stellen und Lösungen für Probleme zu finden.
Lassen Sie uns also weiter optimistisch nach vorn blicken. Genau wie damals der Esslinger Börsenstammtisch – der zum Glück niemals einen Besucher aus der Zukunft zu Gast hatte ...
In diesem Sinne: Auf die nächsten 40 Jahre Börse!
Ihr |