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Warum Aktien trotz Schwankungen unschlagbar sind ...
Liebe Newsletter-Leserinnen und -Leser,
frägt man einen Aktienmuffel, warum er einen Bogen um die lukrativste Anlage macht, wird er vermutlich antworten: „Weil die so stark schwanken“ oder „Weil man mit denen große Verluste einfahren kann“. Er hat Recht! Allerdings nur kurzfristig. Auf lange Sicht sprechen alle Statistiken eine andere Sprache!
Aktien gelten ja generell im Vergleich zu anderen Anlagen als sehr riskant. Den Grund kennen wir alle: Weil Aktien stark schwanken können und man deshalb Geld verlieren kann. Experten sprechen hier auch von der sogenannten Volatilität: umso volatiler eine Aktie ist, desto gefährlicher die Anlage. Auf deutsch übersetzt heißt das: Umso stärker eine Aktie schwankt, desto weniger ist sie für die Anlage geeignet.
Ich halte das für Quatsch, denn nicht die Schwankungsbreite ist entscheidend, sondern in welche Richtung eine Aktie langfristig schwankt. Klar will ich auch in nichts investieren, dass morgen mal kurz 70 Prozent weniger wert ist, aber wer sein Geld in Aktien anlegen will, kommt um Kurssprünge nach oben wie nach unten nicht herum. Das muss jedem von vornherein klar sein.
Fakt ist aber: Viele Anleger sind nicht bereit, auch mal den Schmerz zwischenzeitlicher Kursverluste auszuhalten. Letztlich ist das eine regelrechte Volaphobie! Jedes Mal, wenn die Kurse stärker unter Druck geraten, malen diese Anleger den nächsten Megacrash an die Wand. Natürlich kann man einen Crash nie ausschließen, aber grundsätzlich sind Schwankungen keine lauernde tödliche Gefahr – Zick und Zack - an der Börse sind die Beiden Normalität! Vielleicht muss man sie auch als notwendiges Übel bezeichnen. Aber erstens machen sie das Aktiengeschäft auch spannend und zweitens: Wer sie aushält, wird belohnt. Denn langfristig schwanken sich gute Aktien nach oben!
Und dass das so ist, zeigen mehrere Studien, die die Renditen verschiedener Anlageformen über längere Zeiten miteinander vergleichen. So hat das New Yorker Keppler-Institut sich die Zeit von 1926 bis Ende letzten Jahres angeschaut, demnach kam da amerikanische Immobilien im Schnitt auf eine Wertsteigerung von 4,1 Prozent, Gold und Anleihen brachten es auf immerhin 4,8 Prozent – aber ganz vorne war – wer hätte es gedacht – Aktien mit 10,3 Prozent. Natürlich muss man von diesen Ergebnissen noch die Inflation abziehen, aber da bleiben bei Aktien immer noch über sieben Prozent und bei den anderen nur noch Renditen zwischen 1 und 1,8 Prozent übrig. Also, halten wir fest: Aktien schlagen langfristig alle anderen Anlagen.
Was auch alle Studien zeigen, ist, dass um so länger die Anlagedauer ist, desto geringer das Verlustrisiko bei Aktien. Wer nur 1 Jahr lang Aktien hält, bei dem ist quasi alles möglich. Vom Super-Gewinn bis zum Super- Verlust (was dann natürlich nicht so super ist).
Mit zunehmender Haltedauer sinken auch die Schwankungen. Bei einer Haltedauer von 5 Jahren nimmt das Risiko deutlich ab, laut Keppler-Institut liegt hier die Schwankungsbreite bei US-Aktien bei jährlichen Renditen zwischen minus 17 und plus 36 Prozent. Ab einer Haltedauer von 20 Jahren gab es seit 1926 nie eine Phase, in der man Verluste gemacht hätte. |