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Beste Freunde: Labrador Henry (rechts) mit Herrchen Joachim Brandmaier. Beide genießen Spaziergänge durch die Natur, aber auch entspannte Abende vor dem Kamin.
Danken Sie der Unsicherheit ...
Liebe Newsletter-Leserinnen und -Leser,
die einen machen morgens Yoga oder gehen joggen – für mich gibt es nichts Schöneres, als mit einem Hundespaziergang in den Arbeitstag zu starten. Ob bei blauem Himmel oder trübem Regenwetter: Ich ziehe mit meinem Henry über Wiesen und Felder. Man bekommt den Kopf frei, kann in Ruhe den Tag planen und den Gedanken freien Lauf lassen.
Wie Sie sich vorstellen können, drehen sich meine Gedanken dabei natürlich oft um die Börse. Keine Sorge, jetzt kommt nicht der Hund-Herrchen-Vergleich von André Kostolany, der wird schon auf Seite 16 erwähnt. Bei einer meiner letzten morgendlichen Runden habe ich mich aber plötzlich dunkel an einen Leitartikel erinnert, den ich vor einigen Jahren einmal zu Papier gebracht hatte. Er hatte irgendwas mit einer Mauer zu tun – und erinnerte mich doch sehr an die aktuelle Lage.
Im Büro habe ich mich direkt auf die Suche gemacht und bin schnell fündig geworden. Fast sieben Jahre liegen die Zeilen zurück: Damals ging‘s neben dem Brexit und der Syrienkrise ähnlich wie jetzt um steigende Zinsen, hohe Staatsschulden und US-Präsidentschaftswahlen. Vor allem aber ging‘s um eines: um den Fakt, dass es an der Börse einfach IMMER nur so wimmelt vor Unsicherheiten. Egal wann: Es gibt IMMER zahllose Gründe, warum man gerade jetzt keine Aktien kaufen sollte!
Aktuell stehen neben dem Ukrainekonflikt und den Bankenproblemen die Themen Zinsen, Inflation und Rezessionsgefahr im Vordergrund und halten viele Anleger vom Aktienkauf ab. Die Börsianer hangeln sich von Notenbanksitzung zu Notenbanksitzung, von Arbeitsmarktbericht zu Arbeitsmarktbericht, von Quartalszahlensaison zu Quartalszahlensaison. Und über allem schwebt eine dunkle Wolke stetiger Unsicherheit.
Aber halten solche Unsicherheiten die Kurse davon ab, langfristig zu steigen? Nein. Man könnte sogar sagen: Sie sind gut für die Börse. Die Amerikaner haben hierzu den treffenden Ausdruck, sie sprechen von der „Wall of Worry“ – also der „Mauer der Angst“ –, an der sich die Kurse langsam nach oben hangeln. Die Unsicherheiten bremsen also das Anstiegstempo, sie verhindern somit, dass es zu schnell nach oben geht und die Börsianer in Euphorie verfallen. Hat man das einmal verinnerlicht, kann man solchen Unsicherheiten fast schon etwas Positives abgewinnen – und sich mit dem beschäftigen, was für den langfristigen Anlageerfolg am wichtigsten ist: der Auswahl erstklassiger Wachstumsunternehmen, mit denen man durch gute und schlechte Zeiten gehen kann.
In diesem Sinne Ihr |