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Joachim Brandmaier (60): „„Wir investieren in Aktien, nicht in die Börse! Der Unterschied im Kopf macht den Unterschied im Depot.““
Aktien, nicht Börse!
Liebe Newsletter- Leserinnen und Leser,
als im Februar angesichts des Ukrainekriegs die Kurse abrutschten, haben viele Wachstumsstrategen einen bemerkenswert kühlen Kopf bewahrt. Andere Börsianer waren – wieder einmal – nicht so ruhig. So mancher hat tadellose Aktien verkauft und wundert sich jetzt, dass sich die Kurse ziemlich gut halten. Zumindest zum völligen Absturz ist es bei den meisten Werten nicht gekommen. Doch warum ist es so, dass viele Anleger immer wieder aufs Neue so kurzsichtig reagieren?
Ich vermute, diese Investoren – oder soll ich sie Spekulanten nennen? – haben schlicht Aktien und Börse verwechselt. Der ein oder andere unserer Leser mag jetzt vielleicht spontan ausrufen: „Das ist doch ein und dasselbe!“ So ist es aber eben ganz und gar nicht! Aktien, zumindest wenn man die richtigen hat, sind eine grundsolide und werthaltige Anlage. Mit ihnen ist man an den besten Unternehmen der Welt beteiligt. Die Börse als Ganzes dagegen ist zumindest kurzfristig alles andere als solide. Sie ist hektisch, unzuverlässig, übertreibt nach oben und unten und manchmal spielt sie schlicht verrückt.
Wer mit seinem Depot langfristig auf einen grünen Zweig kommen will, sollte diesen Unterschied kennen und verinnerlichen. Denn sonst wird es der Börse womöglich gelingen, mit ihren Schwankungen und Dramen selbst den überzeugtesten Aktionär irgendwann einmal in Panik zu versetzen. Und einmal kann schon einmal zu viel sein, wenn man sich dann Knall auf Fall von seinen besten Titeln trennt. Sind Procter & Gamble, Air Liquide und Samsung erst einmal verkauft, lacht sich die Börse ins Fäustchen – und dreht vielleicht flugs wieder nach oben. Was interessiert sie schließlich ihre Stimmung vom Vortag?
Deshalb mein Rat: Vergessen Sie nie, Sie haben Aktien gekauft, nicht die Börse als Ganzes. Zwar werden die Unternehmensanteile nun mal dummerweise genau dort gehandelt und machen deshalb die Stimmungsschwankungen des Gesamtmarktes zwangsläufig mit – mitgefangen, mitgehangen sozusagen. Doch diesen Preis muss man bezahlen. Dafür wird man, trotz aller Katastrophen und Übertreibungen, am Ende von der Börse ja auch belohnt: mit schönen Kurszuwächsen und immer höheren Dividenden! |