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Die derzeit 5 wichtigsten Fragen unserer Leser:
- Sind steigende Zinsen Gift für Aktien?
- Was, wenn der Ukraine-Russland-Konflikt eskaliert?
- Wie kann man von steigenden Energiepreisen profitieren?
- Was ist mit den deutschen Wachstumsaktien los?
- Wohin geht der Dollar?
Liebe Newsletter-Leserinnen und -Leser,
wir leben in unsicheren Börsenzeiten und da wundert es auch nicht, dass wir zunehmend Emails und Anrufe von verunsicherten Lesern bekommen. Ich habe für meinen heutigen Newsletter einfach mal die meiner Meinung nach derzeit fünf wichtigsten Fragen herausgegriffen und versuche sie hier zu beantworten.
Hauptfrage Nr. 1: Sind steigende Zinsen Gift für Aktien? Ja, dieser Gedanke ist nicht ganz abwegig, schließlich werden bei steigenden Zinsen plötzlich die Alternativen, wie zum Beispiel Anleihen, wieder interessanter. Wenn es plötzlich 7 oder 8 Prozent Zinsen sicher und risikofrei gäbe, würden bestimmt viele ihre Aktien in Anleihen tauschen. Doch wie realistisch ist das? In Europa weigert sich die EZB sogar noch die Zinsen anzuheben., Selbst wenn die Zinsen wieder etwas steigen, im historischen Vergleich sind sie auch dann immer noch sehr niedrig und keine echte Alternative für Aktien. Und für mich ganz entscheidend: In der Vergangenheit konnten die Zinsen die Börse zwar kurzzeitig unter Druck bringen, aber nicht dauerhaft – die Aktien sind dann einfach weitergestiegen. Meine Meinung: Lassen Sie sich also nicht von irgendwelchen Zinsdiskussionen vom Aktienkauf abhalten!
Hauptfrage Nr. 2: Was, wenn der Ukraine-Russland-Konflikt eskaliert? Die Drohkulisse durch die russischen Truppen an der ukrainischen grenze und eine US-Regierung, die jederzeit mit einem Einmarsch rechnet ist für die Börse natürlich eine ständige Unsicherheit. Aber auch dieser Unsicherheit wird irgendwann der Klarheit weichen. Entweder weil die Diplomatie tatsächlich siegt und ein Einmarsch kein Thema mehr ist – das wäre die wohl von allen bevorzugte Option. Oder wenn es tatsächlich so schlimm kommen sollte und die Panzer rollen. Das will natürlich niemand von uns, aber auch dann könnte es mit den Kursen wieder nach oben gehen. Es gibt ein altes, wenn auch ziemlich zynisches Börsensprichwort: Kaufen wenn die Kanonen donnern. Ich weiß, daran sollte man nicht mal denken. Aber in fast allen Konflikten war es so. Ich kann mich noch gut daran erinnern als die Amerikaner im Irak einmarschiert sind und man deswegen einen Atomkrieg für möglich gehalten hat. Als der erste Schuss fiel, gingen die Kurse an der Wall Street durch die Decke. Trotzdem bleibe ich dabei: die friedliche Option wäre mir lieber. Und da man leider überhaupt nicht sagen kann wann der Konflikt endet, das wissen ja nicht einmal die Staatsoberhäupter und vermutlich auch nicht Putin, sollte man einfach in seinen Wachstumswerten investiert bleiben – oder noch besser: die gedrückten Kurse zum Nachkauf nutzen. Es kann auch ganz schnell gehen, alles ist möglich, auch dass die Kurse ab nächster Woche schon wieder durchstarten.
Hauptfrage Nr. 3: Wie kann man von steigenden Energiepreisen profitieren? Die nächste Frage steht auch in Zusammenhang mit dem Russland-Konflikt, ich sage nur Nordstream 2 und Gaspreise. Egal ob Gas, Öl, Benzin oder Strom - Die Energiepreise schießen ja gerade nach oben. Und auch da bekommen wir immer mehr Anfragen, wie man sich als Börsianer verhalten, oder das ganze sogar nutzen könnte? Das ist richtig: Stromrechnungen zu zahlen, an die Tankstelle zu fahren oder Heizöl zu kaufen, ist derzeit alles andere als vergnügungssteuerpflichtig. Hier möchte ich gerne die von mir vertretene Methode des „schwäbischen Return on Investment“ ins Spiel bringen: Anstatt sich über steigende Energiepreise zu ärgern, sollte man darüber nachdenken, wer von der gigantisch wachsenden Nachfrage profitiert. Und das sind nun einmal die großen Energiekonzerne. Daher mein Rat: Einfach eine Energieaktie ins Depot legen! Denn was dann auf der einen Seite für Energiekosten aus der Haushaltskasse hinausfließt, kommt in Form von Kursgewinnen und Dividenden auf der anderen Seite wieder rein. Mögliche Energieaktien sind beispielsweise Next Era Energy, UGI oder Nibe.
Hauptfrage Nr. 4: Was ist mit den deutschen Wachstumsaktien wie Henkel, Fresenius, Fuchs oder BASF los? Diese Aktien schwächeln ja nicht erst seit Jahresanfang sondern schon deutlich länger. Und ich will jetzt an dieser Stelle auch gar nicht auf die einzelnen Gründe eingehen, wie dass Fresenius unter der Krankenhausproblematik durch die Corona-Infizierten leidet oder BASF wegen der doch stärker konjunkturabhängigen Geschäfte, nein, mir ist in dem Zusammenhang etwas anderes wichtig: Genau das ist der Grund wieso wir immer zu einer breiten Ländermischung raten. Also nicht nur Deutschland-Aktien, wie man es ja gerne als deutscher Börsianer macht – weil man die Firmen eben kennt. Auch nicht nur amerikanische Aktien. Sondern eine breite Mischung an guten Wachstumswerten aus den unterschiedlichsten Ländern. Denn es kann einfach immer wieder passieren, dass nicht nur einzelne Branchen und Industriebereiche der allgemeinen Entwicklung hinterherhinken, sondern auch mal einzelne Länder. Ich sage nur Brexit! Es wäre doch schlecht gewesen damals zur Brexit-Entscheidung nur britische Aktien besessen zu haben. SO wie damals die britischen Aktien nicht liefen, so sind es jetzt die deutschen. Und vielleicht beim nächsten mal die französischen oder auch amerikanischen. Daher mein Rat: In die Breite gehen, nicht nur bei der Branchenmischung, sondern auch bei der Ländermischung.
Hauptfrage Nr. 5: Birgt eine Ländermischung ein großes Währungsrisiko? Wohin geht der Dollar? Wenn ich unsere Leser gegenüber auf die breite Ländermischung hinweise, dann bekomme ich manchmal zu hören: „Ja Herr Brandmaier, aber was ist mit dem Dollar?“ Ja stimmt, der Euro-Dollar-Kurs ist seit über zehn Jahre im Abwärtstrend, umgekehrt heißt das: Der Dollar steigt. Das kam bislang uns europäischen Besitzern von amerikanischen Aktien zugute. Aber der Trend kann sich ja auch mal drehen, wir haben hier also ohne Zweifel ein gewisses Währungsrisiko, wenn wir in Aktien aus anderen Währungs-Ländern investieren. Also, wohin marschiert der Dollar, wohin der britische Pfund oder der Schweizer Franken? Solche Überlegungen solche Währungsprognosen können Sie im Prinzip vergessen. Währungsprognosen sind meist das Papier nicht wert sind, auf dem sie geschrieben werden. Was wurde in der Vergangenheit nicht alles über die weitere Entwicklung von Euro und Dollar philosophiert und gestritten! Heute aber ist ein Euro praktisch genauso viel Dollar wert wie schon bei seiner Einführung vor 20 Jahren. |