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Danke, liebe Sorgen!
Liebe Newsletter-Leserinnen und -Leser,
„ham wor nisch!“ ... hieß es früher oft, wenn DDR-Bürger vor leeren Regalen standen. So könnte der Spruch in den letzten Wochen vor den Weihnachtsfeiertagen wieder häufiger zu hören sein. Bundesweit. Der Grund für die drohende Knappheit: Lieferengpässe! In den Häfen bleiben die Container liegen, davor stauen sich die Schiffe und wegen fehlender Rohstoffe können manche Waren nicht so schnell produziert werden. Deshalb: dieses Jahr lieber rechtzeitig Weihnachtsgeschenke kaufen!
Keine Frage: Es ist Sand im Getriebe des Welthandels. Gleichzeitig stehen viele Aktienkurse auf Allzeithoch, wie passt das zusammen? Vor allem wenn man daran denkt, welche Sorgen die Börsianer noch so alles umtreiben: steigende Infektionszahlen, explodierende Erdgaspreise, Zahlungsausfälle in Chinas Immobilienbranche, höhere Inflation, eine drohende Stagflation … oh je, oh je, – wo soll das nur hinführen? Weiter nach oben, wenn Sie mich fragen! Denn ich bin froh, dass es diese Sorgen gibt! Schließlich erstickt die Vielzahl der Sorgen an der Börse die Ansätze von Euphorie im Keim.
Angenommen wir wären in einer Phase grenzenloser Euphorie und es gäbe praktisch keine Sorgen, dann würde ich tatsächlich etwas Angst bekommen. Denn in so einer Euphorie bauen sich unerreichbare Erwartungen auf. Und damit steigt die Gefahr, dass negative Überraschungen auf Aktien mit übertriebenen Kursen einschlagen und diese in den Keller stürzen. Doch die bekannten Sorgen stecken bereits in den aktuellen Kursen drin. Sie sind „eingepreist“, wie man so schön sagt.
„Bullenmärkte sterben in der Euphorie“ – diese Einschätzung von Investorenlegende Sir John Templeton mag alt sein, aber sie ist immer noch richtig. Momentan sind wir weit von einer Euphorie entfernt. Klar waren Aktien letztes Jahr im Coronatief deutlich günstiger. Und klar kann es Ihnen passieren, Sie kaufen diese Woche voller Begeisterung unsere Wachstumsaktien und kurz danach brechen die Kurse ein. Aber genauso gut kann es eben passieren, dass die Kurse weitersteigen.
Der Schlüssel zum langfristigen Erfolg besteht darin, sich darauf zu konzentrieren, wo unsere Aktien in fünf, zehn oder noch mehr Jahren stehen könnten, und nicht, was sie in den nächsten Wochen und Monaten treiben. Kurzfristig konzentriere ich mich lieber darauf, dass ich so langsam alle Weihnachtsgeschenke für meine Liebsten zusammenbekomme.
In diesem Sinne, ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Start in die neue Woche und bleiben Sie bitte gesund -
Herzliche Grüße aus dem Schwabenland, Ihr |