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Liebe Newsletter-Leserinnen und -Leser,
„pack die Badehose ein“, sang einst Conny Froboess. Hier in Baden-Württemberg sind jetzt auch die Badehosen eingepackt, schließlich haben nun bei uns die Sommerferien ebenfalls begonnen. Es ist die Zeit, in der an unserem Redaktionstelefon die Frage nach einer Depotabsicherung Hochkonjunktur hat. Denn nicht jeder hat Lust, während er am Strand liegt oder das nächste Gipfelkreuz erklimmt, sich auch noch Gedanken um die Börse zu machen.
Also, was tun, bevor man in den Urlaub fährt? Die einfachste Art, sich gegen einen Rückschlag abzusichern, ist es, vor Reiseantritt alle Aktien zu verkaufen. Heißt es dann Sommer, Sonne, sorgenfrei? Leider nicht, wenn die Kurse fröhlich weitersteigen und man nicht dabei ist. Viele Experten raten deshalb, lieber mit einem Stop Loss zu arbeiten. Stop Loss heißt auf Deutsch „Verluste stoppen“ und ist eine Art Versicherung gegen fallende Kurse, aber nach oben bleibt alles möglich. Klingt nach dem Traum eines jeden Börsianers!
Und so funktionierts: Ein Stop Loss ist quasi ein Verkaufsauftrag, der aber erst dann ausgelöst wird, sobald der Kurs auf oder unter eine selbst bestimmte Grenze fällt. Angenommen, Sie besitzen Aptargroup, unsere Aktie der Woche. Die steht gerade bei umgerechnet 116 Euro. Sie wollen das Verlustrisiko auf zehn Prozent reduzieren und setzen deshalb ein Stop-Loss bei 104 Euro. Fällt der Kurs dann während Ihres Urlaubs auf diese Marke, wird die Aktie automatisch verkauft. Ein weiterer Absturz wäre dann keine Gefahr mehr für Sie. Klasse, oder?
In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass man mit dieser Methode oft auf die normalen Marktschwankungen hereinfällt. Denn selbst bei Wachstumsaktien sind Rückgänge um 10 oder 20 Prozent keine Seltenheit. Meist erholen sie sich schnell wieder, weil Schnäppchenjäger zugreifen. Das Ende vom Lied: Sie kehren aus dem Urlaub zurück, freuen sich, dass Aptargroup höher steht als vor der Abreise – aber haben leider kein Stück mehr davon im Depot.
Nicht, dass wir uns falsch verstehen: In Einzelfällen kann man mit so einer Absicherung durchaus richtigliegen. Aber wenn Sie Aktien langfristig halten wollen, dann ist in meinen Augen die Qualität die beste Absicherung. Zwar fallen auch Qualitätsaktien immer wieder mal, meist marschieren die Kurse aber schon bald danach wieder in Richtung neuer Höhen.
Ich wünsche Ihnen eine schöne Sommerzeit |